Fraunhofer IESE auf der REConf 2008
Titel des Vortrags: Erfolgreiche Produkte durch nutzerorientierte Feature-Priorisierung
Track: Wissenschaftstrack
Level: Einsteiger
Raum: ROM
Tag und Uhrzeit: Montag, 10. März 2008, 19:15-20:00 Uhr
Inhalt: Der Erfolg eines softwarebasierten Systems wird zu einem großen Ausmaß durch die Zufriedenheit der Benutzer bestimmt. Zufriedene Benutzer steigern die Verkaufszahlen, erhöhen das Image des Herstellers und beeinflussen den möglichen Preis. Die Zufriedenheit wird z.B. durch die Funktionstüchtigkeit, die Serviceleistung seitens des Herstellers oder den Spaßfaktor beeinflusst. Welche Features ein Produkt erfolgreich machen, wird jedoch häufig erst am fertigen Produkt festgestellt. Allerdings wird schon früh im Produkt-(Versions-)Life-Cycle entschieden, welche Features verwirklicht werden und somit fliesst häufig Aufwand und Geld in Features mit geringem Nutzen. Bei der Featurepriorisierung werden die möglichen Auswirkungen der Features auf die Benutzerzufriedenheit und damit auf den Erfolg eines Produktes häufig nicht systematisch und nachvollziehbar analysiert.
Dieser Vortrag präsentiert AMUSE (Appraisal and Measurement of User Satisfaction), einen Ansatz zur Er-mittlung, Beobachtung und Einarbeitung der Benutzerzufriedenheit in den Anforderungsprozess. Er schildert speziell, wie Informationen über Benutzerzufriedenheit frühzeitig zur Featurepriorisierung genutzt werden kann. Durch Einsatz der AMUSE-Methodik
• erhält der Produktmanager mehr Kontrolle über die resultierende Produktqualität
• kann die vom Benutzer wahrgenommene Produktqualität am Produkt mit einem geeichten Messinstrument ausreichend fein gemessen werden
• kann die vom Benutzer wahrgenommene Produktqualität auf Basis des Anforderungsdokuments geschätzt werden
• erhält man eine methodische Vorgehensweise bei der objektiveren Featurepriorisierung
• sind wir der Vision der gezielt hervorrufbaren Nutzerzufriedenheit ein gutes Stück näher gekommen.
Der Ansatz kann für softwarebasierte Produkt-Neu- und Weiterentwicklung eingesetzt werden und wurde gemeinsam mit Siemens AG Corporate Technology entwickelt und in der Medizintechnik bei Siemens Med SAT erprobt.
Jörg Dörr studierte an der Universität Kaiserslautern Informatik mit Nebenfach Elektrotechnik. Seit 2002 arbeitet er am Fraunhofer Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE). Seit 2005 ist er Leiter der Abteilung Requirements und Usability Engineering. Sein Arbeitsschwerpunkt in Forschungs- und Transferprojekten umfasst Requirements Engineering mit Fokus auf nicht-funktionalen Aspekten.


